Mitglieder der Mini- und Jugendfeuerwehr haben Christbäume eingesammelt
Unterliederbach – Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Unterliederbach am Heimchenweg kochen in großen Edelstahltöpfen Bolognese und Tomatensoße. Es gibt Pasta für die fleißigen Mädchen und Jungen der Mini- und Jugendfeuerwehr, die in wenigen Minuten dort erwartet werden. Sie sind am Samstag bereits seit drei Stunden im Stadtteil unterwegs, um ausrangierte Weihnachtsbäume einzusammeln. Wer sichergehen wollte, dass sein Christbaum mitgenommen wird, konnte sich vorab telefonisch für diesen Service anmelden. Ein Muss war das aber nicht. Dass Mitglieder der Mini- und Jugendfeuerwehr an einem Tag im Januar Weihnachtsbäume einsammeln, hat bereits langjährige Tradition im Stadtteil.
Spenden für die Jugendarbeit
Nun steht die Mittagspause an, bevor die Gruppen noch einmal losziehen. Wer nicht auf den Service der FES Frankfurt warten möchte, die mit ihrem Sammel-Mobil in Unterliederbach erst am 27. Januar kommt, der freut sich über diese Möglichkeit, den nadelnden Baum schon früher loszuwerden. Der ein oder andere hat auch eine kleine Spende parat. „Das, was am Ende zusammenkommt, fließt in unsere Nachwuchsarbeit“, sagt Jugendwart Sebastian Lenz. In diesem Jahr steht ein ganz besonderes Jubiläum an: „Unsere Jugendfeuerwehr feiert 50-jähriges Bestehen.“ Und das soll an Pfingsten mit einem Zeltlager auf dem Grundstück der DPSG-Pfadfinder am Unterliederbacher Bahnhof gefeiert werden, zu dem auch Mitglieder anderer Frankfurter Jugendfeuerwehren eingeladen seien. „Das ersetzt unsere traditionelle Pfingstfahrt“, sagt Lenz.
Bei der Sammelaktion engagieren sich 25 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr im Alter von 10 bis 17 Jahren; außerdem helfen 12 Kinder der Mini-Feuerwehr zwischen 6 und 10 Jahren. Mitglieder der Einsatztruppe begleiten den Nachwuchs nicht nur beim Einsammeln, sondern bereiten auch das Mittagessen vor oder helfen am Ende der Aktion dabei, die eingesammelten Nadelbäume zu häckseln. Sie sollen als Bodenbelag für eine Pferdekoppel wiederverwertet werden. Das hat ebenfalls seit Jahren Tradition.
Das Sammelgebiet erstreckt sich traditionell auf fast alle Straßen und Gassen des Teils von Unterliederbach, der westlich der Königsteiner Straße liegt, also den alten Ortskern und umliegende Siedlungen bis hin zur Parkstadt.
Landwirte helfen mit Traktoren
Die Kinder tragen die Bäume, die vor den Grundstücken liegen, zu Sammelpunkten an den jeweiligen Straßenecken, wo sie auf die Anhänger von Traktoren geladen werden. Seit vielen Jahren wird die Aktion von den Landwirten Gerhard Wagner und seiner Tochter Nicole unterstützt. Der dritte im Bunde ist in diesem Jahr Dominik Brandenburg, der auch einen Traktor fährt und selbst Mitglied der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Unterliederbach ist.
Wehrführer Arthur Chamboncel schätzt, dass dieses Mal ein klein wenig mehr Bäume zusammenkommen als im Vorjahr: „In manchen Straßen haben wir mehr eingesammelt, und es gab auch im Vorfeld mehr telefonische Anmeldungen.“ Er geht von 300 bis 320 Bäumen aus.
Obwohl es kalt ist, sind die Mädchen und Jungen mit Engagement dabei. Alle sind für den Anlass richtig angezogen und tragen ihre Schutzkleidung. Eine von ihnen ist Emily (12), die sich seit ihrer Grundschulzeit engagiert – zunächst in der Mini- und jetzt in der Jugendfeuerwehr. „Ich bin über meine Trainerin von der Leichtathletik dazu gekommen“, erzählt die Schülerin. „Und mir macht es hier viel Spaß.“ALEXANDRA FLIETH
Mini- und Jugendfeuerwehr
Die Mini-Feuerwehr trifft sich dienstags von 17 bis 18 Uhr, die Jugendfeuerwehr im Anschluss von 18 bis 20 Uhr im Gerätehaus am Heimchenweg 8a. Infos unter www.ff-unterliederbach.de